Albert Einstein

"Gott schuf den Esel und gab ihm ein dickes Fell."

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Es war eine bedrückende Zeit für Albert Einstein. Seit Beendigung seines Studiums an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich waren bereits acht Monate vergangen, und noch immer hatte er keine Anstellung gefunden. Er fühlte sich wie ein Versager. Am Polytechnikum hatte Einstein bei einigen der berühmtesten Physiker und Mathematiker seiner Zeit studiert, doch war das Verhältnis zu ihnen nicht ungetrübt. In der akademischen Welt der Jahrhundertwende, in der die meisten Professoren bedingungslosen Respekt erwarteten, war Einstein nicht bereit, diesen zu zollen. Seit seiner Kindheit hatte er sich gegen Autoritätsgläubigkeit gesträubt und niemals etwas akzeptiert, was er nicht selbst hinterfragt und auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft hatte. »Autoritätsdusel ist der größte Feind der Wahrheit«, erklärte er. Heinrich Weber, der berühmtere seiner beiden Physikprofessoren an der ETH, beklagte sich einmal entnervt: »Sie sind ein kluger junger Mann, Einstein, ein sehr kluger junger Mann. Aber Sie haben einen Fehler: Sie lassen sich nichts sagen.« Sein anderer Physikprofessor, Jean Pemet, fragte ihn, warum er nicht Medizin, Jura oder Philologie statt Physik studiere. »Sie können tun, was Sie wollen«, sagte Pemet. »Ich möchte Sie nur in Ihrem eigenen Interesse warnen.« Einsteins nachlässige Haltung gegenüber dem Lehrstoff war nicht dazu angetan, das Verhältnis zu verbessern. »Man mußte all diesen Wust für die Examina in sich hineinstopfen, ob man nun wollte oder nicht«, sagte er später. Sein Mathematikprofessor, Hermann Minkowski, mißbilligte Einsteins Haltung so sehr, dasser ihn einmal einen »faulen Hund« nannte. Doch faul war Einstein keineswegs - nur wählerisch. Mit manchen Lehrinhalten beschäftigte er sich ausgiebig, während er andere vollkommen ignorierte, um statt dessen eigenen Studien nachzugehen und nachzudenken. Nachdenken war eine erfreuliche und zutiefst befriedigende Beschäftigung. Auf eigene Faust konnte er sich die »neue« Physik aneignen, jene Physik, die Heinrich Weber in seinen Vorlesungen nicht erwähnte.
Einstein ging ganz selbstverständlich davon aus, dass ihm aufgrund seiner Intelligenz und seiner recht ordentlichen Leistungen (er erzielte eine Gesamtnote von 4,91 bei einer Bestnote von 6,00) eine Assistenstelle bei Weber an der ETH angeboten würde. Es sollte jedoch anders kommen. Von vier Studenten, die im August 1900 ihr Physik und Mathematikstudium abschlossen, erhielten drei an der ETH eine Anstellung als Assistent. der vierte, Einstein ging leer aus. Weber zog es vor, zwei Studenten der Ingenieuerswissenschaften als Assistenten einzustellen. Doch Einstein gab nicht auf. Im September, einen Monat nach seiner Graduierung, bewarb er sich um eine frei Assistentenstelle für Mahtemathik an der ETH. Er wurde abgelehnt. Im folgendem Winter bewarb er sich bei Wilhelm Ostwald in Leipzig und bei Heike Kamerlingh Onnes in Leiden. Diese scheinen ihn nicht einmal einer Antwort gewürdigt zu haben - obwohl sein Schreiben an Onnes heute stolz im Museum in Leiden ausgestellt ist und Ostwald zehn Jahre später der erste war, der Einstein für den Nobelpreis vorschlug. Sogar ein Brief seines Vaters an Ostwald scheint unbeantworte geblieben zu sein.

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Das Buero Einsteins
 
 
Einstein in der Bibliothek des ETH

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