Das Studium
Um an der Eidgenössischen Polytechnischen Schule, der späteren ETH,
in Zürich ein Studium absolvieren zu können, meldete sich Einstein im
Oktober 1895 zur Aufnahmeprüfung an. Da aber einige seiner Prüfungsleistungen
nicht ausreichend waren, folgte er dem Rat des dortigen Rektors und
ging an die Kantonsschule in Aarau, um seine Wissenslücken zu schließen.
Anfang Oktober 1896 machte er dort das Matur (Abitur) und immatrikulierte
sich kurze Zeit später am Polytechnikum. Studienziel war das Diplom
eines Fachlehrers für Mathematik und Physik. Einstein begnügte sich
damit, ein mittelmäßiger Student zu sein, und beendete im Juli 1900
erfolgreich sein Studium mit der Diplomprüfung.
Doch auch hier bedurfte es wieder des dicken Fells: Professor Pernet,
der wesentlich an Einsteins Ausbildung beteiligt war, gab ihm wohlwollend
zu bedenken, beim Studium fehle es ihm zwar nicht an Eifer und gutem
Willen, aber an Können. Das Verhältnis zu Einsteins Professor war eher
gespannt - kein Wunder bei "so einer Art von Vagabund und Eigenbrödler
wie ich".
In den Praktika, berichtete der damalige Assistent Dr. Joseph Sauter,
fügte der Student sich den Anweisungen nicht. Das Skriptum, das die
Lösungswege aufzeigte, landete im Papierkorb. Als sich Einstein bei
einer Explosion die rechte Hand verletzte, fragte Prof. Pernet seinen
Assistenten: "Was denken Sie eigentlich von Einstein? Der macht ja etwas
anderes, als ich angeordnet habe." - "Tatsächlich, Herr Professor, aber
seine Lösungen sind richtig und die von ihm angewandten Methoden immer
interessant." Selbst der große Minkowski, der später für den mathematischen
Ausbau Einsteins Relativitätstheorie den wichtigsten Beitrag erbringen
sollte, hat von dem jungen Physiker bedeutende Leistungen nicht erwartet.
Nach dem Studium folgten erfolglose Bewerbungen um eine Assistentenstelle
am Polytechnikum und an anderen Universitäten. Zwischenzeitlich bewarb
sich Einstein, nachdem er 1896 die deutsche Staatsangehörigkeit aufgegeben
hatte, formell um die Schweizer Staatsbürgerschaft. Am 21. Februar 1901
wurde er Schweizer Bürger.
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