Einstein in Berlin
1905 veröffentlichte Einstein das erste Mal seine "Spezielle
Relativitätstheorie". Sie handelt von Raum, Zeit und Bewegung.
Seine Relativitätstheorie ist deshalb speziell, weil sie sich mit
der besonderen Situation der unbeschleunigten Bewegung befaßt,
der Bewegung von Objekten, die weder ihre Geschwindigkeit noch ihre
Richtung ändern. Einstein sagt, daß es keinen absoluten Raum
oder Zeit gibt, sondern daß alles relativ ist in Bezug zu seinem
Betrachter.
In Bern stellten sich nun die ersten Besucher ein, um den merkwürdigen
Beamten kennen- zulernen. Doch entscheidend war, daß große Physiker
seiner Zeit sich der Speziellen Relativitätstheorie annahmen.
Im April 1906 wurde Einstein im Berner Patentamt zum technischen Experten
zweiter Klasse befördert. Mit Einsteins Habilitation lief es nicht so
glatt. 1907 wurde sein erstes Habilitationsgesuch von der Universität
Bern abgelehnt. Erst Anfang 1908 konnte er sich an der Berner Universität
habilitieren, und Ende des Jahres hielt er seine erste Vorlesung. Da
Einstein sich nun ganz der Wissenschaft widmen wollte, kündigte er im
Oktober 1909 seine Stelle am Patentamt und nahm im gleichen Monat seine
Tätigkeit als außerordentlicher Professor für Theoretische Physik an
der Universität Zürich auf. 1911 wurde Einstein als ordentlicher Professor
an die Deutsche Universität Prag berufen, dem er auch Folge leistete
(Albert Einsteins Prager Jahre). Aber schon ein Jahr später, nachdem
er einen Ruf an die ETH erhalten hatte, kehrte er in die Schweiz zurück.
Auf Einsteins Leistungen aufmerksam geworden, versuchten Max Planck
und der Physikochemiker Walther Nernst, den jungen Einstein nach Berlin
zu holen. Dort wollte man ihn zum Mitglied der Preußischen Akademie
der Wissenschaften machen, ihm eine Professur an der Universität Berlin
ohne Lehrverpflichtung anbieten sowie ihn zum Direktor des noch zu gründenden
Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik berufen. Für Einstein war dieses
Angebot so verlockend - Berlin war in dieser Zeit die Hochburg der Naturwissenschaft
- dass er zusagte und im April 1914 mit seiner Familie nach Berlin zog.
Am 2. Juli 1914 hielt er seine Antrittsrede vor der Preußischen Akademie.
Im Gegensatz zum beruflichen Aufstieg traten vermehrt Probleme in Einsteins
Ehe auf. Sie führten dazu, dass seine Frau im Juni 1914 mit den Söhnen
wieder nach Zürich zurückkehrte. Da Einstein die Ehe mit Mileva nicht
aufrechterhalten wollte, wurde sie im Februar 1919 geschieden. Ab 1917
litt Einstein an verschiedenen Krankheiten und dadurch an einer allgemeinen
Schwäche, die bis 1920 andauerte. Während dieser Zeit wurde er von seiner
Cousine Elsa Löwenthal liebevoll gepflegt. Die beiden kamen sich näher,
und am 2. Juni 1919 heiratete er Elsa, die ihre Töchter Ilse und Margot
mit in die Ehe brachte. Nach der Hochzeit zog die Familie innerhalb
Berlins um, in die Haberlandstraße 5.
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Die Berliner Wohnung
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